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Mannfred Grätz erhält die silberne Ehrennadel des BRV

„Silberne Ehrennadel des BRV“ für Manfred Grätz
Manfred baute in vier Sportvereinen den Breitensport im Radtourenfahren infolge von Auflösungen neu auf:
Ab 1985 in der BSG Lok Pankow, ab 1991 in der BSG Post Berlin / Post SV Berlin, ab 1993 im SC Berlin, ab 2008 im ESV Lok Schöneweide.

Auf der Jahreshauptversammlung des Berliner – Radsport – Verbandes am 23. Februar 2019 erhielt er für seine Tätigkeiten im Breitensport die „Silberne Ehrennadel des BRV“.
Als Fahrtenleiter führte er das Leistungsradwandern in der BSG Lok Pankow ein. Bereits vor der Grenzöffnung nahmen ab 1988 an seinen Fitnesstouren und ab 1989 an dem 1. Rad-Marathon „Rund um Berlin“ Westberliner teil. In Berlin-Ost wurde er 1989 für das Leistungsradwandern zuständig.
Manfred Grätz führt Nach dem Mauerfall 1989 zeigte Manfred den vielen anderen Westberliner RTF-lern die ihnen noch unbekannte Umgebung von Berlin. Sie zeigten ihm auch ihr Westberlin, wo er bereits bis zum Mauerbau 1961 oft trainierte. Bei den Veranstaltungslehrgängen RTF für die neuen Bundesländer lernte er die neuen Bestimmungen kennen.
Eine RTF-Gruppe baute er in der BSG Post Berlin auf, die ein Sammelpunkt für ältere Weltklasserennfahrer war. Im SC Berlin, dem Hochleistungssportverein mit Weltklasseathleten, gründete er in der Radsportabteilung eine neue, leistungsstarke RTF-Gruppe.
Aus der Senioren-Rennsport-Abteilung im ESV Lok Schöneweide entwickelte er eine RTF-Gruppe. Die Organisation der RTF übergab er 2014 und den RTF-Fachwart 2018 zur Weiterführung an den jüngeren 50-jährigen Janek Grunow. Seine Erkenntnisse aus fast 50 Jahren im Radrenn- und Breitensport gab er gerne weiter.
Die Ausrichtung der RTF-Touren und die gewählten Strecken wurden von den Teilnehmern/-innen als sehr gut befunden. Bei den zahlreichen, von ihm organisierten Radtourenfahrten (RTF) in den vier Vereinen hatte er in 30 Jahren viele Helfer an seiner Seite. Über die gesamte Zeit halfen seine Frau Eva, sowie Erika und Bernd Rodenwoldt. Danke an die vielen
engagierten Helfer! Ohne sie sind solche Veranstaltungen nicht durchführbar!


Manfred leitete zwischen 1988 und 2014:
  • von 1988 bis 1992 14-tägig öffentlich, ausgeschriebene „Fitnesstouren mit Lok Pankow“ bzw. „mit Post“
  • von 1989 bis 1992 die ersten vier „Rad-Marathon Rund um Berlin“
  • von 1994 bis heute jährlich, von März bis Oktober, sechs Permanente-Radtourenfahrten ab Bernau
  • von 1994 bis 1999 jährlich drei „Geführte Permanente-Radtourenfahrten“ ab Bernau
  • von 1995 bis 1998 jährlich als offenen Marathon mit interessierten Gästen „333 km um Berlin“
  • von 2000 bis 2007 jährl. eine Tages-RTF „Märkische Weichseleiszeittour“ ab Bernau mit 40, 70, 110 oder 150 km
  • von 2008 bis 2014 jährlich eine Tages-RTF „BERNAU-ODER-BERNAU“ ebenfalls mit 4 möglichen Strecken

Die 12. RTF„Bernau – zur Oder – Bernau“ vom ESV Lok wird am 16. Mai 2020 ausgerichtet, die 21. RTF vom
Sportforum in Bernau. Der 31. RTF-Marathon „Rund um Berlin“ findet am 23. August 2020 unter Leitung des
Landesfachwartes Michael Braun mit Unterstützung der Berliner RTF-Vereine statt.

Bild von Mannfred Grätz beim QuerfeldeinrennenSelbst fuhr Manfred in seinem Leben über 500.000 Kilometer mit dem Fahrrad.

Den Radrennsport begann er mit 13 Jahren. Von 1957 bis 1967 fuhr er in sechs Radsportvereinen:
Ab Juni 1957 in der BSG Stahl Hennigsdorf, ab Aug. 1958 in der BSG Lok Elstal, ab Nov.1961 im Armeesportklub (ASK)
Leipzig (als Leistungssportler Querfeldein), ab Nov.1962 in der ASG Oranienburg, ab Mai 1963 in der BSG Lok Elstal, ab Okt. 1964 bei SG Dynamo Weißensee. Von Nov. 1966 bis 1972 war er in der BSG Lok Oberspree Mitglied.
1960 und 1961 fuhr er in der Jugend 16-18 Jahre Querfeldein, sowie auf der Straße in der Leistungsklasse 1 (Lkl.). Bei den Männern startete er ab Juli 1961 auf der Straße in der Lkl. 3. Er qualifizierte sich im Aug. 1961 für die Lkl. 2 und im Mai 1962 für die Lkl. 1.
Manfred’s Radrennsport verlief ab 1962 aus politischen Gründen sehr problematisch. Querfeldein wurde im Febr.1962 im ASK aufgelöst. Mit 18 Jahren erhielt er als Straßenrennfahrer seine „Ausdelegierung“ aus dem ASK (sein Vater hatte vor 1961 in Westberlin gearbeitet ! ). Im Sept. 1963 ergab seine Nachfrage beim TSC Berlin: „In einen Sportclub kommt er nicht mehr hinein, es muss ja was gewesen sein.“ Mit dieser Kenntnis hatte er im Leistungssport keine Perspektive. Mit Arbeit, Radsport und abends Qualifizierung an der Volkshochschule (9. bis 12. Klasse) begann er ab 1963 eine dreifache Belastung. Im Juni 1964 reiste er mit einer schweren Erkältung in das Trainingslager der Sportvereinigung „Lok“. Der Trainer sagte ihm: Du kommst dann im nächsten Jahr wieder. Bild von Manfred GrätzDieses Jahr gab es bei „Lok“ nicht mehr. In der obersten Leistungsklasse startend erhielt er plötzlich und konsequent im Juli 1964 von seiner Arbeitsstelle gar keine Freistellung mehr* (republikflüchtige Radsportler seines Sportvereins – die Stasi „… er verpfeift seine Kumpel nicht …“). Ab März 1965, nach einer Ausbildung bei der Polizei, stieg er sofort wieder in die Lkl.1 auf und erreichte dort viele, gute Platzierungen. Im März 1966, mit 22 Jahren, wurde ihm wieder jegliche Freistellung gestrichen* (Hochzeit – Kirche und Westverwandte). *) In der DDR gab es das Gesetz: „Jeder hat das Recht und die Pflicht zur Arbeit.“
Mit diesen Voraussetzungen freute sich Manfred bei den Straßenrennen als „Hobbyrennfahrer“ mit den Weltklassefahrern fahren zu können. Bei schlechteren Trainingsbedingungen u.a. erreichte er gute Ergebnisse. Von 1962 bis 1966 startete er bei den Männern in der oberen Leistungsklasse 1. Die Norm „Sportler 1. Klasse“ erfüllte er 1962, 1963, 1965.
Ab 1982 beteiligte sich Manfred an Leistungsradwanderfahrten, wie an „DDR-Rundfahrten der Ehemaligen und Freunde des Radsports“ – 6x. Seit 1991 fuhr er im Radtourenfahren: Den Rad-Marathon „RTF Rund um Berlin“ -20x; die „Super-Cup-Radmarathon“ -50x; die Langstreckenradrennen „Trondheim – Oslo“ über 540 km 1990, 1991, 1994 und „Bordeaux – Paris“ über 640 km 1996. Dazu kamen Teilnahmen an den „Internationalen Touristischen Friedensfahrten“, wie von Berlin nach Petersburg, zur Wolga, nach Athen, nach Norwegen, nach Rom sowie in Kuba und auf der Krim.

geschrieben von Eva und Manfred Grätz – Berlin 05.11.2019